Die hundertste Rolle für Arnold Preuß

Theater ist sein Leben – Seit 1965 begleitet ihn die Schauspielkunst

WILHELMSHAVEN/BOE – Theaterchef und Schauspieler Arnold Preuß steht zurzeit im Theater am Meer in der szenischen Lesung „Love Letters“ zusammen mit Schauspielerin Marion Zomerland auf der Bühne. Für Preuß eigentlich normalter Alltag, wenn da nicht ein besonderes Jubiläum wäre. Sein eigenes: Preuß erlebt nämlich seine hundertste Rolle auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Angefangen hat seine Theaterleidenschaft bereits in der Schultheater AG, in der er1964 bis 1966 drei große Rollen spielen durfte.  1971 hatte er bei der Niederdeutschen Bühne  Wilhelmshaven angeheuert,  wo er im September 1973 als Paul Anderson in „Överraschung an’n Avend“ seine erste Rolle hatte. „Die meisten meiner Rollen habe ich dann auch dort gespielt, dem heutigen Theater am Meer. Einen Riesenerfolg hatte ich 1980 mit der Rolle des Peter in „Wat is mit Lisa?“. Das Stück wurde mehrfach vor ausverkauftem Haus, dem damals noch nicht umgebauten Stadttheater, gespielt. Ich erinnere mich gerne an die übersetzten Klassikerrollen, die ich spielen durfte, wie 1986 den Liliom im gleichnamigen Stück in der Regie von Harald Dornseiff oder den Matti in Bertolt Brechts „De Herr Puntila un sien Knecht Matti“ in der Regie von Georg Immelmann“, schwärmt Arnold Preuß.

In meinen 10 Landesbühnen-Jahren habe ich 1994 den Dr. Bird in „Die Caine war ihr Schicksal“, 1995 den Alt in „Krankheit der Jugend“ sowie 1996 den Marc Thyl in „Ein Winter unterm Tisch“ gespielt. Im Sommer 1996 habe ich am Rosenhügel sowie in der Indoorfassung 1997 den Artus und andere Rollen in „Merlin oder das weite Land“ verkörpert. Bei den Freilichttheaterspielen in Dornum hauchte er 1990 dem Burgdrost Theilen in „Quade Foelke“ Leben ein und in Westerstede spielte Arnold Preuß 2001 den Faust in „Dat Speel vun Doktor Faustus“ sowie 2003 den Oberon in Shakespeares  „Sommernachtstraum“. Und auch auf der Freilichtbühne von Dangast war Preuß zu sehen. 2005 verkörperte er den Deichinspektor Garlichs im Stück „Der Deicher“ von Armin Tacke.

Viel Spaß haben ihm die verschiedenen Figuren gemacht, die er in den Musicals von Marion Zomerland darsstellen durfte, wie im „Meer-Hotel“, im „Lüttstadtrevier“ oder zuletzt in „Ik mutt gar nix“. Besonders gern denkt Preuß an die Zwei-Personen-Stücke zurück, die er jeweils mit Marion Zomerland spielen durfte, das waren „Misery“ (2003), „De besten Daag in mien Läven“ (2012), „Lüttje Eheverbreken“ (2016) und jetzt aktuell die szenische Lesung „Love Letters“. Auch als Solokünstler war Preuß auf der Bühne zusehen. Zum Beispiel 2010 in dem Stück „Alleen in de Sauna“, das er auf hoch- und plattdeutsch auf der Bühne dass kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße performte.

Wer Arnold Preuß danach fragt, welches seine Lieblingsrolle war oder welche Rolle er noch spielen möchte, dem antwortet er: „Die Rolle, die ich aktuell probiere oder spiele, das ist meine Lieblingsrolle. Es kommt nicht darauf an, was man spielt, sondern wie der Charakter ist, den man sich erarbeiten muss. Egal ob die Rolle groß oder klein, hoch- oder niederdeutsch ist. Was zählt ist der Charakter, den man spielt. Er muss erfühlt und erlebt werden. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue“, sagt Arnold Preuß der wie die gesamte Schauspielmannschaft vom Theater am Meer für das Theater lebt

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 21. Oktober 2020

 

MIT MUT ZUM PLATTDEUTSCHEN

 

Luca Priebe ist neuer Jugendsprecher im Vorstand der Niederdeutschen Bühne Nordenham. Über seine Aufgaben, seine Angst vor dem Plattdeutschen und seine Theaterleidenschaft erzählt er im Vorstellungsinterview:

Was sind deine Aufgaben an der Niederdeutschen Bühne Nordenham?

Luca: Meine Aufgabe besteht darin, die Interessen und Wünsche der Jugendlichen an den Vorstand weiterzugeben. Ich fungiere quasi als Zwischenglied zwischen Jung und „Alt“.

Warum bringst du dich in die Vorstandsarbeit ein?

Luca: Ich habe Spaß daran, an Dingen mitzuwirken. Um meine Kreativität an der Bühne mit einwirken zu lassen, habe ich mich entschieden, mich um das Amt des Jugendsprechers zu bemühen.

Wenn du im Namen der Jugendgruppe einen Wunsch äußern dürftest: Was würdest du dir wünschen?

Luca: Ich denke, der Wunsch von allen ist, ohne Probleme unsere Aufführungen abzuhalten. Dazu benötigen wir natürlich den Rückhalt des Vorstands und der Bühnenbauer. Beide Instanzen haben uns jedoch noch nie enttäuscht. Wir hoffen, dass das so bleibt.

                                 Theater bedeutet für mich, Stress loszuwerden

 

Was halten junge Menschen wie du vom Plattdeutschen?

Luca: Junge Menschen haben häufig Angst, auf einer Bühne Plattdeutsch zu reden. Ich möchte mich davon gar nicht freisprechen. Kommt man dann jedoch ins Sprechen, verfliegt die Angst bei den meisten jedoch sehr schnell.

Bitte vollende den Satz: „Theater bedeutet für mich …“

Luca: Theater bedeutet für mich, Stress loszuwerden. Alles was einen im Alltag belastet, kann ich im Theater hinter mir lassen. Es ist wie Therapie.

 
NDB Nordenham (Facebook)
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Ausschreibung „Konrad-Hansen-Preis 2021“

Der Niederdeutsche Bühnenbund Schleswig-Holstein e.V. sucht Stücke von Autor*innen für den Konrad-Hansen-Preis 2021. Bis zum 15. März 2021 können plattdeutsche Theatertexte eingereicht werden.

Den mit 1000 Euro dotierten 1. Preis und mit 500 Euro dotierten 2. Preis für abendfüllende Stücke vergibt eine fachkundige Jury aus Theaterschaffenden, Verlegern und Wissenschaftlern der niederdeutschen Sprache. Sofern Jugendstücke eingereicht werden, die die Jury überzeugen, ist die Vergabe eines „Sonderpreises Jugendstück“ möglich. Dieser ist mit 500 € dotiert. Es gibt keine Genre-Begrenzungen: Vom Kabaretttext über Komödie und Drama bis hin zum Musical ist der Autorenwettbewerb für alle Formen des Theaters geöffnet. Die Texte müssen in niederdeutscher Sprache verfasst sein.

Einzureichen sind bis 15. März 2021 das Werk/Manuskript im pdf-Format (ohne Autorenname!) und die Kurzvita der Autorin/des Autors als pdf-Datei und per E-Mail an:
NBB SH e.V., Svenja Ganschow, Mail: ganschow@buehnenbund.com, Tel: 0461 – 67575540.

Im Juni 2021 wird die Entscheidung der Jury im Rahmen der Niederdeutschen Theatertage im Freilichtmuseum Molfsee offiziell bekannt gegeben; der Konrad-Hansen-Preis wird dann bereits zum vierten Mal vergeben. Nähere Infos und die vollständige Ausschreibung des Konrad-Hansen-Preises sind zu finden auf der Homepage des Niederdeutschen Bühnenbundes Schleswig- Holstein e.V.: https://www.buehnenbund.com/konrad-hansen-preis.html

Willy-Beutz-Schauspielpreis vergeben

Theater in Osterholz-Scharmbeck errang den ersten Preis

Die glücklichen Sieger
v.l. René Schack (Regie), Rolf Renken Neuenburg, Herwig Dust (NBB), Arnold Preuß (Laudator), Ulf Goerges (Regie), Dirk Wieting, Delmenhorst, Bernd Schröter (Regie) Astrid Gries (Osterholz-Scharmbeck)

Foto: Andreas Tietjen OHZ

Es war eine würdige und dem Anlass entsprechende, feierliche Veranstaltung auf Gut Sandbeck in Osterholz-Scharmbeck, auf der der Willy-Beutz-Schauspielpreis zur Förderung des Niederdeutschen Schauspiels vergeben wurde.

Dieser Preis, der insgesamt mit 6.000 Euro dotiert ist, wird alle zwei Jahre durch den Niederdeutschen Bühnenbund Niedersachsen und Bremen (NBB) vergeben. Der Stifter, Willy Beutz, lebte von 1912 bis 1986 als Verlagskaufmann und Mäzen in Wilhelmshaven. Von 1945 bis 1982 leitete er das heutige „Theater am Meer“. Von 1961 bis 1986 war er Präsident, später Ehrenpräsident des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen.

Eine unabhängige Jury (Marianne Römmer Hamburg, Lore Timme-Hänsel Oldenburg, Alexandra Schlenker Verden, Wolfgang Neruda Norderstedt und Arnold Preuß Wilhelmshaven) hat in den zurückliegenden zwei Jahren sieben Inszenierungen begutachtet und bewertet.

Das Niederdeutsches Theater Aurich mit dem Stück „As in’t Himmel“, von Kay Pollak, Regie: René Schack, das Niederdeutsche Theater Delmenhorst mit dem Stück „Tiet to leven“ von Michael Wempner, Regie: Ulf Goerges, die AHB Oldenburg mit „Honnig in’n Kopp“ von Hilly Martinek und Til Schweiger, Regie: Ayla Yeginer, die Niederdeutsche Bühne Varel mit „De Moorkatenoper“ von Gerhard Loew, Regie: Anke Hempel, die Friesenbühne Emden mit  „Wat ist mit Lisa“, von Robert Thomas, Regie: Werner Nörtker und Birgit Frerichs, das Niederdeutsche Theater Neuenburg mit dem Stück „De Höll töövt nich“ von Michael Cooney, Regie: René Schack, das Theater in Osterholz-Scharmbeck mit „Chalies Weg“ von Michael McKeever, Regie: Bernd Schröter.

Arnold Preuß, Prädident des NBB und Mitglied der Jury, hob in seiner Laudatio die hervorragenden schauspielerischen Leistungen und Inszenierungen der beteiligenden Bühnen und Theater hervor. Alle Aufführungen waren preiswürdig und außergewöhnlich.

Knappe Entscheidungen haben folgendes Ergebnis gebracht:

1. Preis

Theater in Osterholz-Scharmbeck (TiO) mit dem Schauspiel „Charlies Weg“ 

von Michael McKeever, Deutsch von Frank-Thomas Mende, Niederdeutsch von Werner Mahlendorf, Regie: Bernd Schröter

  1. Preis

Niederdeutsches Theater in Neuenburg mit dem Schauspiel „De Höll töövt nich

von Michael Cooney, Niederdeutsch von Arnold Preuß, Regie: René Schack

  1. Preis

Niederdeutsches Theater Delmenhorst (NTD) mit dem Schauspiel „Tiet to leven“

von Michael Wempner, Regie: Ulf Goerges

Arnold Preuß bedanke sich herzlich bei den anwesenden Mitgliedern der teilnehmenden Bühnen und Theatern für ihre Teilnahme an diesem Wettbewerb. Besonderer Dank galt dem Theater in OHZ, das die Veranstaltung unter koronabedingten Vorgaben hervorragend vorbereitet und durchgeführt hat.

Das beigefügte Foto der Preisverleihung zeigt:
v.l. René Schack (Regie), Rolf Renken Neuenburg, Herwig Dust (NBB), Arnold Preuß (Laudator), Ulf Goerges (Regie), Dirk Wieting, Delmenhorst, Bernd Schröter (Regie) Astrid Gries (Osterholz-Scharmbeck)

 Die Laudatio finden Sie unter Menüpunkt Willy-Beutz-Preis

Die Jahresstatistik des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen e.V. für das Kalenderjahr 2019 können Sie hier einsehen