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NIEDERDEUTSCHE BÜHNEN SETZEN MIT OPTIMISMUS AUF BALDIGEN NEUSTART

Zu einer Onlinekonferenz trafen sich die Bühnen – und Theaterleitungen des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen (NBB) am 23. Januar 2021, um die in 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Jahresversammlung nachzuholen.

Die durch Präsident Arnold Preuß (Wilhelmshaven) geleitete 3stündige Tagung machte deutlich, dass das Fehlen von aktiver Gestaltung von Kultur und Theater eine schmerzliche Lücke im gesellschaftlichen Miteinander hinterlässt. Die 16 Bühnen-  und Theater des NBB, deren Spielbetrieb gänzlich eingestellt wurde, waren sich einig, dass die inaktive Zeit der letzten Monate auch einen tiefen Einschnitt im Freizeitverhalten und im ehrenamtlichen Wirken der vielen Mitglieder hinterlassen hat. Bis auf wenige Ausnahmen konnten die bereits fertigen Produktionen nur bedingt oder unter erschwerten Bedingungen aufgeführt werden.

Ein zu spürender Optimismus und der Wunsch nach „Theater“ in den Ensembles und beim Publikum wurde von allen Bühnen – und Theatern bekundet. „Wir vermissen euch und das Kulturleben“ ist ein immer wieder aus den Bereichen der Besucher und Zuschauer zu hörender Wunsch. „Wir stehen in den Startlöchern“ und möchten so bald als möglich den für das Theater wichtigen und unverzichtbaren Kontakt zwischen Akteuren und Zuschauern wiederherstellen, so der einmütige Tenor der Versammlung.

Die an den Bühnen -und Theatern angeschlossenen Theaterschulen hielten während er letzten Monate den Kontakt online aufrecht. Mit Engagement und Zuversicht werden zurzeit die ersten Proben für die neuen Produktionen online begonnen.

Auch das Aus-und Weiterbildungsprogramm des NBB ist zum Erliegen gekommen und soll in diesem Jahr durch mögliche Online-Projekte wieder aufgenommen werden. 

Weitere, geplante Veranstaltungen in 2021, wie das Festival für „Neue Niederdeutsche Dramaturgie“ werden bis auf weiteres auf Eis gelegt. Ein in Emden geplantes Jugendtheaterfestival wird, wenn die Bedingungen es zulassen, 2022 voraussichtlich in Haselünne (Kolping Theater) stattfinden.

Dem Präsidium des NBB wurde für das Geschäftsjahr 2019 Entlastung erteilt. Erfreulich wurde die Nachricht aufgenommen, dass der Minister für Wissenschaft – und Kultur, Björn Thümler dem NBB Planungssicherheit für die nächsten Jahre zugesichert hat

In der Hoffnung auf „offenen Bühnen“ und „Kultur für alle“ wurde die „Onlinetagung“ mit einer kräftigen Portion Optimismus beendet.




Herwig Dust, Leiter der Geschäftsstelle des NBB in Oldenburg, wurde auf der Jahresversammlung für 4 weitere Jahre zum Vizepräsidenten des NBB gewählt.

Die Jahreszahlen 2020 des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen e.V. können mit diesem link abgerufen werden.

Afscheed von Karl Peplow 

 

Nachruf auf einen engagierten Fürsprecher der niederdeutschen Sprache und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern

(PM) Der Niederdeutsche Bühnenbund Mecklenburg/Vorpommern e.V. und die ihm angeschlossenen Bühnen nehmen Abschied von Karl Peplow, der nach schwerer Krankheit am 21.12.2020 in Stralsund zuhause im Beisein seiner Familie im Alter von 74 Jahren verstarb. Mit ihm verliert die niederdeutsche Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns einen unermüdlichen Kämpfer und Fürsprecher der niederdeutschen Sprache und Kultur.

Der 1946 in Heide auf Ummanz geborene Karl Peplow wuchs in einem plattdeutschsprechenden Haushalt auf. Es verwundert daher nicht, dass seine Liebe zu dieser Sprache und die lebensfrohe Begeisterung im Umgang mit Plattdeutsch zu allen Zeiten untrennbar mit seiner Biographie verknüpft waren. 1980 trat er in die Niederdeutsche Bühne Stralsund ein, übernahm bereits 1984 zum ersten Mal die Bühnenleitung der Plattdütsch Späldäl© to Stralsund e.V. und gab mit der Uraufführung seines Stückes „Den’n Düwel siene Schwester“ auch seinen Einstand als Autor. Mit Mut und sicherer Hand führte er die Niederdeutsche Bühne in Stralsund durch die turbulenten Zeiten der Wiedervereinigung und sorgte dafür, dass die Bühne sich nach dieser bedeutenden Zeitenwende einen Platz im wiedervereinigten Deutschland sichern konnte. 

 

Karl Peplow (rechts) während eines Empfangs beim Großen Gemeinsamen Bühnentag 2006 in Wismar. Links der ehemalige Ministerpräsident von Meck.-Pomm. Harald Ringsdorf mit Frau und Präsident Arnold Preuß mit seiner Ehefrau Marlies.

Mit weiteren eigenen Stücken wie der Komödie „…un denn keem Kurt“, „Der Hanseat“ oder „De Maand hett eenen Hoff“  (Schauspiel nach Herbert Nachbar) gab er in den 1990er Jahren wichtige Impulse für das niederdeutsche Theater in Mecklenburg-Vorpommern. Nach 26 Jahren Bühnenleitertätigkeit gab Karl Peplow 2001 die Geschicke der Plattdütsch Späldäl© to Stralsund in jüngere Hände. Er blieb aber bis 2011 Vorsitzender des Niederdeutschen Bühnenbundes Mecklenburg/Vorpommern e.V., deren Leitung er 1994 übernommen hatte. Dass die Späldäl 2008 den Landeskulturförderpreis für ihre jahrzehntelange Tätigkeit erhielt, eine der höchsten Kulturauszeichnen, die das Land Mecklenburg-Vorpommern zu vergeben hat, ist in Teilen auch sein Verdienst. dem niederdeutschen Bühnenspiel widmete sich Karl Peplow immer wieder regionalgeschichtlichen Themen der Inseln Ummanz und Rügen sowie seiner Heimatstadt Stralsund. Besonders die Sagen- und Märchenwelt der beiden Inseln und die von Ernst Moritz Arndt inspirierten ihn zu zahlreichen Theaterstücken wie „Der Schatz in den Neun Bergen“, „Prinzessin Svanvithe und der goldene Becher“, „De Schauh ut Glas“, „Die Jungfrau von Stubbenkammer“ oder das historische Stück „De Kuckuckshoff “, welches sich mit den Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges auseinandersetzt. Hierzu gehört auch die dramaturgische Umsetzung der Lebensbiographie von Martin Looks, die er in dem erfolgreichen Theaterstück „De Seeröwer von Mönchgaut“ 2011 verarbeitete. 

Für die Stadt Stralsund schrieb und inszenierte er u.a. Kurzstücke zu den Wallensteintagen und schuf gemeinsam mit Rupert Eilsberger Texte für die historischen Ratssitzungen zur „Langen Nacht des offenen Denkmals“. 2013 übernahm Karl Peplow dann noch einmal den Vorsitz der Späldäl, den er bis zu seinem Tod inne hatte. Im Laufe seines künstlerischen Wirkens schuf er weitere zahlreiche eigene Theaterstücke, von denen bis heute noch nicht alle inszeniert worden sind. Dazu kamen ebenso viele niederdeutsche Bearbeitungen und Übersetzungen vorhandener dramaturgischer und literarischer Werke. Auch niederdeutsche Hörspiele, Kurzgeschichten und Erzählungen in plattdeutscher Sprache zählen zu seinem Gesamtwerk.

Als jahrzehntelanger Leiter der Plattdütsch Späldäl© to Stralsund e.V. (1984-2001 und 2013-2020), als Vorsitzender des Niederdeutschen Bühnenbundes Mecklenburg/Vorpommern e.V. (1994-2011), als Künstler und Autor hat Karl Peplow tiefe Spuren in der plattdeutschen Landschaft unseren Bundeslandes hinterlassen. Zu Recht wurde er daher 2016 mit dem Ehrenpreis des Heimatverbandes und der Sparkassenstiftung Neubrandenburg ausgezeichnet. Mit diesem Preis wurde sein unermüdlicher Einsatz für den Erhalt und die Pflege der niederdeutschen Sprache und Kultur gewürdigt. Mit seinem Wirken in dieser Hinsicht hat er sich einen Namen gemacht und ein Denkmal gesetzt.

(Christian Peplow, Vorsitzender des Niederdeutschen Bühnenbundes Mecklenburg/Vorpommern e.V.)

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Ausschreibung „Konrad-Hansen-Preis 2021“

Der Niederdeutsche Bühnenbund Schleswig-Holstein e.V. sucht Stücke von Autor*innen für den Konrad-Hansen-Preis 2021. Bis zum 15. März 2021 können plattdeutsche Theatertexte eingereicht werden.

Den mit 1000 Euro dotierten 1. Preis und mit 500 Euro dotierten 2. Preis für abendfüllende Stücke vergibt eine fachkundige Jury aus Theaterschaffenden, Verlegern und Wissenschaftlern der niederdeutschen Sprache. Sofern Jugendstücke eingereicht werden, die die Jury überzeugen, ist die Vergabe eines „Sonderpreises Jugendstück“ möglich. Dieser ist mit 500 € dotiert. Es gibt keine Genre-Begrenzungen: Vom Kabaretttext über Komödie und Drama bis hin zum Musical ist der Autorenwettbewerb für alle Formen des Theaters geöffnet. Die Texte müssen in niederdeutscher Sprache verfasst sein.

Einzureichen sind bis 15. März 2021 das Werk/Manuskript im pdf-Format (ohne Autorenname!) und die Kurzvita der Autorin/des Autors als pdf-Datei und per E-Mail an:
NBB SH e.V., Svenja Ganschow, Mail: ganschow@buehnenbund.com, Tel: 0461 – 67575540.

Im Juni 2021 wird die Entscheidung der Jury im Rahmen der Niederdeutschen Theatertage im Freilichtmuseum Molfsee offiziell bekannt gegeben; der Konrad-Hansen-Preis wird dann bereits zum vierten Mal vergeben. Nähere Infos und die vollständige Ausschreibung des Konrad-Hansen-Preises sind zu finden auf der Homepage des Niederdeutschen Bühnenbundes Schleswig- Holstein e.V.: https://www.buehnenbund.com/konrad-hansen-preis.html