Theater am Meer Wilhelmshaven

Spielplan 2022/23 vorgestellt

Ensemble des Theaters am Meer – Wilhelmshaven

Spielplan für 2022/23 ist heiter, spannend und musikalisch
Theater am Meer will Publikum mit fünf Inszenierungen in Vorstellungen locken – 90 Jahre Niederdeutsche Bühne

WILHELMSHAVEN/AP – Den neuen Spielplan der Spielzeit 2022/23 stellte Theaterleiter Arnold Preuß den Mitgliedern des Theaters am Meer auf der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung ausführlich vor. Dieser sei inhaltlich und personell mit Elke Münch, der ersten Regisseurin abgestimmt. Er betonte, das in den letzten Wochen festzustellen war, dass das Stamm-Publikum trotz der wegfallenden Corona-Beschränkungen noch zögerlich in die Vorstellungen gekommen sei. Dennoch habe sich der Vorstand entschlossen, dass man in der nächsten Spielzeit wieder an alte Verhältnisse anknüpfen und das Abonnementangebot, was zwei Jahre ausgesetzt werden musste, wieder aufleben lassen wolle. Es sei deutlich zu merken gewesen, dass viele jüngere Besucher das Theater am Meer neu entdeckt haben. Auch diesem Kreis wolle man mit dem preislich günstigeren Abonnement ein Angebot machen. Das Theater werde in diesem Jahr bewusst auf eine Preiserhöhung im freien Verkauf und im Abonnement verzichten. Allerdings werde der Spielplan von vier auf fünf Stücke erweitert, um diesen noch vielfältiger zu gestalten, so der Bühnenleiter.

TAG DER OFFENEN TÜR
Am Sonntag, 14. August 2022 findet in der Zeit von 11 bis 17 Uhr endlich wieder der „Tag der offenen Tür“ statt. Die Bühne wird zu drei unterschiedlichen Zeiten die „Spielzeithäppchen des neuen Spielplanes“ vorstellen und ansonsten im Haus die Abteilungen öffnen, sowie im Theatercafé „Kulissensnack“ kulinarische Köstlichkeiten bereithalten. Das Abonnementsbüro stehe für Informationen und Kartenverkäufe zur Verfügung. Man könne sich schminken lassen und die beliebte Führung durch das Haus finde statt und vieles andere mehr.

90 JAHRE THEATER AM MEER
Am Mittwoch, 28. September 2022 wird das Theater am Meer seinen 90. Geburtstag feiern können. Zu diesem Anlass wird im kleinen Schauspielhaus eine kleine Geburtstagsfeier mit geladenen Gästen, Sponsoren und Förderern stattfinden. Ebenfalls werden die befreundeten Bühnen des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen eingeladen.

OP HAART UN NEER
Die Spielzeit 2022/23 beginnt am 3. September 2022 mit der ersten Premiere. Im kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße 63 kommt die Niederdeutsche Erstaufführung „Op Hart un Neer“ (Die Niere) von Stefan Vögel zur Aufführung. Kerstin Stölting hat die Beziehungskomödie ins Niederdeutsche übersetzt. Regie führt Arnold Preuß, der auch für den Bühnenbildentwurf verantwortlich ist. Dagmar Wehrmann ist die Regieassistentin.

Inhaltlich geht es darum, dass Kathrin eine neue Niere braucht. Ihr Ehemann Arnold hat dieselbe Blutgruppe wie sie. Ist er bereit, ihr seine Niere zu spenden? Er zögert wohl ein klein wenig zu lang und Kathrin verzichtet auf seine Niere. Als beider Freund Götz sich aber sofort bereit erklärt, als Spender einzuspringen, bricht ein regelrechter Kampf um die Niere aus. Sowohl Diana, Götz` Ehefrau als auch Arnold fühlen sich übergangen. Sind die Ehen der beiden Paare so in Ordnung wie sie bislang schienen. Die Niere deckt so manch verborgene Herzensangelegenheiten auf.

Eines ist sicher: Die Niere wird kein Paar kaltlassen, und man wird seinem Partner die alles entscheidende Frage stellen: Liebling, würdest du mir deine Niere spenden? Köstliche Unterhaltung trotz oder wegen des ernsten Hintergrundes erwartet das Publikum.

Es spielen Claudia Ducci, Ulrike Schütze, Rune Opitz und Arnold Preuß.

ALARM IN’T GRAND-HOTEL
Vor zwei Jahren hatte das Ohnsorg-Theater mit der Screwball-Komödie „Suite Surrender“ unter dem Titel „Alarm in’t Grand-Hotel“ von Michael McKeever in der Niederdeutschen Bearbeitung von Cornelia Ehlers einen Riesenerfolg. Bei dieser „Tür auf – Tür zu“ Farce bleibt kein Auge trocken. Elke Münch wird dieses pointenreiche Stück, bei dem auch getanzt und gesungen wird, für die Premiere am 5. November 2022 inszenieren.

Das Stück führt in das Jahr 1953: Im Grand-Hotel soll eine Benefiz-Gala stattfinden, die beiden berühmtesten Bühnenstars ihrer Zeit sollen auftreten: Sängerin Claudia McFadden und Schauspielerin Athena Sinclair. Die einstigen Freundinnen aus Kindertagen, die vor Jahrzehnten in die Welt gingen, um ihre Weltkarriere zu starten, sind mittlerweile bis auf den Tod verfeindet. Die Geschichte ihrer Feindschaft, geprägt von öffentlichen Handgreiflichkeiten, bei denen stimmgewaltig die Fetzen flogen, füllt stets aufs Neue die Klatschpresse.

Ein Aufeinandertreffen muss also mit allen Mitteln verhindert werden. Das Grand-Hotel bietet Raum genug, eine Begegnung der Diven zu vermeiden. Allerdings werden durch ein Missverständnis die beiden Stars in derselben Suite einquartiert. Der Hoteldirektor hat alle Hände voll damit zu tun, dass sich die Kontrahentinnen nicht über den Weg laufen. Aber: Alarm im Grandhotel! Denn schon bald eskaliert die chaotische Situation und der heiter-turbulente Wahnsinn nimmt seinen Lauf …

Es spielen Selina Berke, Sandra Krüger, Ute Menssen, Heidi Strowik, Dagmar Wehrmann, Chris Cuno, Fynn Dießner, Michel Waskönig und Wolfgang Watty. Die musikalische Leitung hat Nicolas C. Ducci.

DU BETAHLST FÖR SEX!
Mit einer Niederdeutschen Erstaufführung geht es dann in das Jahr 2023. Am 14. Januar 2023 hat Boulevard-Stück „Du betahlst för Sex!“ (Begleiterscheinungen) von Peter Buchholz Premiere. Arnold Preuß hat nicht nur die Niederdeutsche Fassung geschrieben, sondern wird das Stück auch inszenieren.

Daniel beginnt nach seiner Scheidung ein neues Leben. In einem schicken Loft in der Innenstadt soll der Neustart allen Skeptikern und Neidern zum Trotz gelingen. Am Tag der Einweihungsfeier trifft Daniel auf seine neue Nachbarin Sara und ist sofort hingerissen von ihr. Die Sympathie ist gegenseitig und erstmal scheint alles ganz unkompliziert, bis Daniels bester Freund Tom im Loft auftaucht. Tom und Sara kennen sich von einem Escort-Service, für den Sara hin und wieder aus finanziellen Gründen arbeitet. Nun möchte sie, Unheil witternd, unbedingt verhindern, dass Daniel das Geheimnis erfährt und bietet Tom einen Deal an.

Tom, der Sara ebenfalls begehrt, ist hin- und hergerissen, zwischen seiner Eifersucht auf den Nebenbuhler und der Loyalität dem Freund gegenüber. Als er Sara droht, die Bombe platzen zu lassen, entschließt sie sich lieber selbst mit Daniel zu reden. Durch ein Missverständnis erfährt er nur die halbe Wahrheit und so geraten die drei in eine Spirale aus Missdeutungen und immer neuen Irrtümern.

Das Stück ist eine abwechslungsreiche und spannende Komödie über zwei Männer, die um die gleiche Frau kämpfen. Doch wer ist Sara eigentlich? Geschäftsfrau, Geliebte, Mauerblümchen oder Femme fatale? Da es für ein neues Glück nicht ausreicht, nur seinen Wohnort zu verändern, sondern man auch mit Vorurteilen und festgefahrenen Überzeugungen brechen muss, wird Daniel vor eine ungeahnte Herausforderung gestellt. Wer wird den Kampf gegen den inneren Spießer am Ende gewinnen?

Es spielen Ulrike Schütze, Nicolas C. Ducci und André Gelhart.

SNIEDER NÖRIG
Eine echte Charakterkomödie vom Altmeister der Niederdeutschen Theaterliteratur Paul Schurek kommt am 18. März 2023 zur Aufführung. Nachdem das Stück vor 1934 uraufgeführt wurde, stand es 1986 erneut auf dem Spielplan und konnte mit dem unvergessenen Günter Boye das Publikum im Sturm erobern.

Durch seine Geldgier gerät der alte Schneider Nörig in die Hände des habgierigen Schneiders Krup, eines alten Junggesellen und dessen Schwester Manda, einer giftigen, älteren Jungfer. Nörig bringt diesen beiden falschen Menschen, die sich als seine Freunde ausgeben, volles Vertrauen entgegen, während er fest davon überzeugt ist, dass seine Töchter und Schwiegersöhne, alles prächtige Menschen, denen er das Leben schwer macht, darauf ausgehen, ihn zu betrügen. Um den Seinen ein Schnippchen zu schlagen, will er die misstrauische Manda sogar heiraten.

Noch in letzter Stunde aber kuriert Hannes, der Bräutigam seiner Tochter Anna, den Schneider durch einen von ihm fingierten Einbruch von seinen Schwächen für Nachbar Krup und lehrt ihn den wahren Charakter seiner Zukünftigen kennen. Als er die mit Geld gefüllten Strümpfe wieder in der Hand hält, über deren Verlust er ganz von Sinnen war, gibt er dem Überbringer Hannes eine kleine Summe, was bei seinem Geiz schon allerlei sagen will. Jammernd über den Verlust seiner einstigen Freunde, geht er davon, während seine Kinder, zwei junge, glückliche Paare, sich in die Arme fallen, denn allen vieren bedeutet treue Liebe mehr als Geld.

Dass Geiz, Neid und Missgunst die Herzen trüben und den Verstand vernebeln, ist allgemein bekannt. Ob wohl das Stück zu den frühen Niederdeutschen Erfolgsstücken gehört, hat es bis heute thematisch nichts an Aktualität verloren.

Es spielen Leyan Besser, Daniela Cordes, Stefanie Mahn, Yannik Marschner, Edith Schlette, Harald Schmidt, Michel Waskönig und Heinz Zomerland.

GASLICHT
Mit „Zwei wie Bonnie und Clyde“ hat das Theater in der letzten Spielzeit erstmals ein Stück komplett in hochdeutscher Sprache in den Spielplan übernommen. Eigentlich sollte dieses Stück für die Touristen im Sommer gespielt werden. Mit der erstmaligen Aufführung von Gaslicht (Gaslight) von Patrick Hamilton bringt das Theater am Meer am Sonnabend, 13. Mai 2023, einen waschechten Thriller auf die Bühne, bei dem es vor Spannung nur so knistert. Dieses Stück wird weitestgehend in hochdeutsch gespielt und soll den Spielplan um eine weitere Nuance ergänzen.

Warum flackert das Gaslicht zu später Stunde? Warum verschwinden Gegenstände und warum tauchen sie plötzlich wieder auf? Bella Manningham könnte wahnsinnig werden und fürchtet sich auch davor, denn schon ihre Mutter litt an einer Nervenkrankheit und musste in die Anstalt. Trifft sie dasselbe Schicksal? Da steht plötzlich ein Mann in ihrer Wohnung, der behauptet, sie vor ihrem Ehemann schützen zu wollen. Er sei ein pensionierter Scotland Yard-Kommissar namens Rough und noch immer auf der Suche nach einem flüchtigen Mörder. Hier, an dieser Stelle in ihrem Zimmer, in diesem Sessel sei vor vielen Jahren eine alte Frau ermordet worden, aber der Mörder habe damals nicht gefunden, was er suchte, daher kehre er an den Ort des Schreckens zurück…

Wer ist dieser Mann? Wer ist der Mörder? Wem darf sie trauen? Bella ist der Verzweiflung nahe. Und wieder flackert das Gaslicht. „Gaslicht“ wurde 1943 unter dem Titel „Das Haus der Lady Alquist“ von George Cukor verfilmt. In den Hauptrollen: Ingrid Bergman, Charles Boyer und Joseph Cotten.

Es spielen Elisabeth Malkeit, Kristin Röben, Sylvia Sievers-Peeks, Hauke Backhus, Michael Dölling, Lars Landes und Arnold Preuß

LOVE LETTERS
Die szenische Lesung von „Love Letters“ von Albert Ramsdell Gurney mit Elke Münch (die auch Regie führte) und Arnold Preuß hat im Theater am Meer und umzu bereits viele Besucher erfreut, In dieser Spielzeit steht es weiterhin für Gastspiele zur Verfügung.

In „Love Letters“ geht es um die lebenslange Brieffreundschaft zwischen Andy und Melissa, die die Zuschauer mit auf eine humorvolle, nachdenkliche und einzigartige Reise durch ihr ganzes Leben nehmen. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, intelligent, frech, zuweilen aber auch gedämpft, zweiflerisch und melancholisch. Melissa und Andy reflektieren ihre Erlebnisse, ihre Gedanken, ihre Visionen. Ihre Wege trennen und kreuzen sich immer wieder, das Hoffen auf den anderen und seine Antworten aber hört nie auf …

THEATERSCHULE
Die bühneneigene Theaterschule wird unter der Leitung von Theaterpädagogin Martina Brünjes den bestehenden Kurs fortsetzen und am Ende der Spielzeit wieder mit einer eigenen Produktion auf die Bühne gehen. Wie immer ist es nach den Sommerferien möglich, sich für den Besuch der Theaterschule anzumelden. Interessierte nehmen dazu Kontakt mit dem Theaterbüro auf.

LESUNGEN IN HOCH UND PLATT
Das Theater am Meer bietet auch weiterhin Lesungen von hochdeutschen und plattdeutschen Texten verschiedener Autoren an. Aktuell gibt es ein Programm mit Texten von Joachim Ringelnatz (hoch) und Klaus Groth (platt). Bei Bedarf können sich Interessierte an das Theaterbüro wenden.

THEATER AM MEER
Theaterbüro I Kartenverkauf I Abonnementsverwaltung
Theater am Meer, Kieler Straße 63, 1. OG
Karten-Telefon 04421/777749 (auch AB)
Karten-Online: www.theater-am-meer.de/die-karten-online
Mail: theater-am-meer@ewetel.net
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Dienstag und Donnerstag von 16 – 18.30 Uhr
Mittwoch, Freitag von 10.30 bis 13