OHZ – Volker „Ottjen“ Oldag ist gestorben.

Von Harten trurig hebbt wi to weten kregen, dat för usen goden Fründ, Volker „Ottjen“ Oldag, de letsde rode Vörhang fullen is. Plüschohr un Käpt‘n, Bootsmann un Buer, Lütt’ König, Spaßmaker, Bottermelk sööt-suur, von‘ne Moorkaat nah Sibirien, an Land un to See, twüschen Himmel un Eer un In Luv un in Lee, dat allns weer he… man för us weer he veel mehr.

In Leevde un Dankborkeit verbeugt wi us. Wi ward em missen un nienich vergeten.

Nachruf von Bühnenleiterin Astrid Gries

Volker „Ottjen“ Oldag in seiner Rolle als Wirt „Johannes Pröschmeyer“
in „Hamborg op St. Pauli“ 2011.
Foto: Andreas Tietjen

Ottjen war eine große Säule unseres Theaters und hat in vielen Rollendurch brilliante Darstellung unser Publikum verzaubert und begeistert. Unvergessen sind seine vielen einzigartigen Auftritte z.B. als Wilhelm Fischer in „Mudder Mews“, Herr Smolk vun Smart in „Lilofee“, Matten Fischmeier in der „Moorkatenoper“, Oberförster Kuno in „De Bruutschuss“Herr Adrian in „De inbildsch Süüke“ Willy Lohmann in „Utmustert“ um nur einige seiner Rollen zu nennen, denen er seinen eigene Persönlichkeit gegeben hat.  Seinen größten Erfolg feierte Ottjen mit dem 1-Personen Stück „Sibirien“, mit dem er 2001 den Willy-Beutz-Schauspielpreis für unser Theater gewann. 
Er war bei fast jedem Weihnachtsmärchen als Spieler dabei oder hat es als Regisseur inszeniert. Von 1980-1994 war er 14 Jahre lang unser 2. Vorsitzender und war etliche Jahre als Beisitzer im Vorstand tätig. Der Speeldeelchor war ohne Ottjen nicht vorstellbar und noch heute habe ich seine Stimme im Ohr.
Bei Erntefesten, privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen hat er unser Theater mit gefühlt hunderten, verschiedenster Sketche und dem fröhlichen und schwungvollen „Bottermelk-Tango“ präsentiert. Dabei war seine Frau Dörte immer an seiner Seite und hat sein großes Hobby Theate rmit ihm gemeinsam gelebt. Auch seine Tochter Miriam (sogar sein Sohn Marcel war einmal auf der Bühne) und seine Enkelkinder Mika und Kolja können sich seiner Faszination Theater nicht entziehen und sind seit vielen Jahren bei uns auf oder hinter der Bühne, auch zusammen mit ihm, aktiv. 
Ottjen hinterlässt an unserem Theater eine riesige Lücke. Er war eine starke Persönlichkeit, der auf seine eigene, unglaubliche charmante Weise jeder Rolle seinen eigenenCharakter verliehen und damit unser Theater außerordentlich bereichert hat. Ottjen hat sehr dazu beigetragen, die plattdeutsche Sprache auf der Bühne und außerhalbzu erhalten und zu verbreiten und sie auch unserem Nachwuchs jeden alters zu vermitteln. Er wird uns sehr fehlen.  
Ich bin sehr traurig und werde Ottjen sehr vermissen, ihn nie vergessen und mich oft und gerne an ihn erinnern. Wie viele andere von uns bin ich mit ihm groß geworden und habe vieles von ihm gelernt und mit ihm erlebt und sehr viel Spaß mit ihm gehabt. Mein größter Fehler als 1. Vorsitzende war, Ottjen nicht zu unserem Ehrenmitglied desTiO – Scharmbecker Speeldeel zu ernennen. Er wäre dessen mehr als würdig gewesen. 
Vermutlich guckt er vom Theaterhimmel auf uns herab und denkt: Nu maakt man nich soveel Puhei um mi, wi harrn doch een kommodige Tied tosomen!